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30. Juni 2022

Greenwashing: Ist die THG-Quote wirklich nachhaltig?

Warum die Treibhausgasminderungsquote kein Greenwashing der Mineralölkonzerne ist und wie sie wirklich was bewirken kann

Kurz gefasst: Die THG-Quote ist kein Greenwashing für die Mineralölindustrie. Sie bedeutet eine finanzielle Belastung für die Konzerne. Und sie bewirkt wirklich was – wenn man sie richtig einsetzt. Denn die THG-Quote hat auch Schwachpunkte, dessen sind wir uns bei fairnergy bewusst. Aber wir sind davon überzeugt, dass die Treibhausgasminderungsquote als Klimainstrument wichtig ist und wir das größte Potential aus der THG-Quote schöpfen können. Wieso die THG-Quote sinnvoll und nachhaltig ist und wie fairnergy damit zu einem klimaneutralen und elektrischen Verkehr beiträgt, erfährst du hier.

Treibhausgasminderungsquote: Es geht nicht um Minderung, sondern um Umverteilung

Der Name der THG-Quote kann irreführend sein. Es steht weniger die Einsparung von Treibhausgasen durch Elektromobilität im Fokus, als die Umverteilung von Geldern von der einen Antriebsart zur anderen. Das heißt: Mineralölkonzerne sollen am Umstieg zu Elektromobilität finanziell beteiligt werden. Die Kraftstoffproduzenten müssen also durch die Quote gezwungenermaßen einen zusätzlichen Preis für die klimaschädlichen fossilen Kraftstoffe zahlen. Somit wird Geld von den Konzernen zu Betreibenden von Ladeinfrastruktur umverteilt. Dies gilt sowohl für öffentliche Ladeinfrastruktur, also auch privat genutzte Ladestationen. 

Kein Greenwashing für Unternehmen: Verbrenner-Ausstieg kann durch die THG-Quote unterstützt werden

Die E-Mobilität soll den Weg weisen und der Verbrenner-Ausstieg ist bereits angekündigt. Aber vor allem auf dem ländlichen Raum können wir uns vom motorisiertem Individualverkehr noch länger nicht verabschieden. Zudem soll auch Reise- und Stadtverkehr mit Bussen künftig elektrisch abgewickelt werden. Dafür braucht es Ladeinfrastruktur. Erst diese macht E-Mobilität möglich. Um den Verbrenner-Ausstieg und die E-Mobilität zukünftig wirklich garantieren zu können, sind somit massive Investitionen nötig. Für Unternehmen und Privatpersonen schafft die THG-Quote einen zusätzlichen Anreiz sich gleich für ein elektrisches Fahrzeug zu entscheiden.

Ein Beispiel ist die Anschaffung eines E-Omnibusses für den Reise- oder Stadtverkehr:

Die Anschaffung eines Elektrobusses kostet die Stadtwerke derzeit fast das doppelte im Vergleich zum Verbrenner. Die THG-Quote zwischen 8.000 € und 18.500 € jährlich kann die Kostenkalkulation erheblich aufbessern. Über GreenTrax bieten wir den Handel für Unternehmen an: THG-Quote für Elektro-Fuhrparks — GreenTrax.

Der nachhaltige Nutzen der THG-Quote ist im öffentlichen Sektor klar ersichtlich. Es sollten keine neuen Busse mit Verbrennungsmotor gekauft werden müssen, nur weil umweltfreundlichere Transportmittel nicht bezahlbar sind. Unternehmen können so dank der Quote in nachhaltigere Optionen für ihre Fuhrparks investieren.

Die THG-Quote für private Fahrzeughalter*innen hat Schwachpunkte bezüglich der Nachhaltigkeit

Seit 01.01.2022 sind nun auch private Fahrzeuge am Quotenhandel beteiligt. Der nachhaltige Nutzen ist hier nicht direkt ersichtlich, deshalb wird vor allem im privaten Sektor Greenwashing oder Ablasshandel postuliert. Dabei muss aber einen Schritt weitergedacht werden: Wird die THG-Quote nicht gekauft, dann kaufen Mineralölkonzerne vor allem Biokraftstoffe um ihre Bilanz aufzubessern. Wieso das keinen Nutzen hat und sogar schädlich sein kann, haben wir in diesem Artikel erläutert: Biokraftstoffe in der THG-Quote: Nicht so nachhaltig wie gedacht — fairnergy.org

Weiterhin kann im Falle der Knappheit an Strom-Quoten stattdessen auch grüner Wasserstoff im Raffinerieprozess eingesetzt werden. Somit landet kostbarer Grünstrom indirekt in fossilen Kraftstoffen und im Verbrenner.

Geldstrafen sind eine Möglichkeit des Staates, damit Mineralölkonzerne an der Umverteilung der Ressourcen und der nachhaltigen Energiewende tatsächlich teilnehmen. Diese sollen verhängt werden, wenn die vorgeschriebene CO2-Bilanz des Konzerns nicht erfüllt wurde. Dabei ergeben sich zwei Probleme: Zum einen wurden bis dato noch nie Strafen verhängt. Zum anderen, stellt sich die Frage, was mit der Strafzahlung an den Staat passiert. Denn leider ist es immer noch Tatsache, dass mit Steuergeldern nach wie vor zahlreiche umweltschädliche Subventionen und andere Maßnahmen finanziert werden. 

THG-Quote für private E-Mobilist*innen braucht mehr individuelle Initiative, um Greenwashing zu vermeiden

Private E-Fahrzeughalter*innen können sich seit dem 01.01.2022 auch am THG-Quotenhandel beteiligen und bekommen so jährlich Erlöse ausgezahlt. Möchte man die Nachhaltigkeit dessen analysieren, so stellt man fest, dass dieses Konzept einige Probleme und Risiken birgt, aber durchaus auch Potential hat: 

Die THG-Quote kann Anreiz sein, sich statt eines Verbrenners ein E-Fahrzeug zu kaufen, womit sie bereits ihren Zweck, nämlich der Förderung des Umstiegs auf Elektroverkehr erfüllt. Gleichzeitig sollte man dabei aber auch weiter denken und z.B. den sogenannten Reboundeffekt nicht außer Acht lassen. E-Mobilist*innen erhalten einen Zusatzerlös, egal wie viel Einkommen und Vermögen bereits vorhanden ist. Betrachtet man das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und CO2-Emissionen lässt sich feststellen: Mehr Wachstum entspricht mehr Emissionen. Wird das Geld also für zusätzliche Konsumausgaben (z.B. eine Flugreise, Kleidung, Technik etc.) ist der nachhaltige Nutzen zu hinterfragen. 

Nichts desto trotz verhindert der Verkauf der eigenen Zertifikate, dass Mineralölkonzerne ihre Ziele durch den Zukauf von Biokraftstoffen erreichen oder Strafzahlungen an den Staat fließen ohne, dass diese Gelder an nachhaltige Zwecke gebunden sind. Aber um die THG-Prämie wirklich wirksam zu machen, sollte diese in nachhaltige Projekte investiert werden. 

Die Lösung der THG-Schwachpunkte: THG-Prämie beantragen und mit fairnergy in Klimaprojekte investieren, die die Wirtschaft umstellen und Energiegerechtigkeit sorgen

Gerade in Zeiten von Inflation und weltweiten Krisen ist es mehr als verständlich, wenn man sich auch über einen Extra-Erlös für sich selbst freut. Will man aber aus dem eigenen THG-Quotenhandel mehr rausholen, dann kann man mit fairnergy die Erlöse ganz oder teilweise (je nach persönlichen Möglichkeiten) an Energieprojekte weltweit spenden. Wir setzen aber noch einen drauf: Wir erhöhen jede Spende um weitere 50% des Spendenbetrags.

Klar ist: Das politische Instrument der Treibhausgasminderungsquote existiert und wird somit auch bedient. Es gibt zahlreiche Anbieter, die den Handel für Privatpersonen anbieten. Während also manche Anbieter versuchen das meiste für die Umwelt aus der Quote herauszuholen, geht es für andere wahrscheinlich eher um ein Geschäftsmodell.

Warum also nicht selbst entscheiden, was mit dem Geld passiert?

Das politische Instrument ist nun in Kraft getreten und wird auch vorerst bleiben. Wir wollen bei fairnergy das Beste rausholen und motivieren jede*n die THG-Prämie zu spenden. Durch das politische Klimaschutzinstrument Treibhausgasminderungsquote soll grüne Elektromobilität gefördert werden. Das ist ein guter Ansatz – damit dieses Instrument aber wirkt, ist es wichtig, dass das Geld aus der Quote auch wirklich in der Energiewende und der neuen Mobilität landet. So garantieren wir diesen Erfolg:

  1. Unabhängigkeit: Wir sind ein junges Startup und agieren komplett unabhängig von größeren Konzernen (z.B. Mineralölunternehmen) oder Verbänden. Dies ist uns auch ein Anliegen, weil es sich bei der THG-Quote um ein Modell handelt, dass sich an einem Marktpreis orientiert und wir als unabhängige Organisation dauerhaft ein Interesse haben, immer den höchsten Marktpreis zu erzielen. Je höher der Preis, desto wirksamer wird die THG-Quote als nachhaltiges politisches Instrument und desto mehr Spenden an weltweite gemeinnützige Energie- und Mobilitätsprojekte können wir generieren.
  2. Erst der Handel, dann die Auszahlung: Indem wir nicht in Vorleistung gehen verhindern wir auch den Missbrauch des THG-Quotenhandels. Wir erhalten vom Umweltbundesamt für jedes Fahrzeug eine spezifische Meldung, ob dasselbe Fahrzeug bereits bei einem anderen Anbietern gemeldet wurde. Würden alle Anbieter in Vorleistung gehen, so wäre es einfach sich bei mehreren Services anzumelden und die Quote mehrmals einzunehmen. Fair ist es also besonders dann, wenn wirklich nur die Quoten ausgezahlt werden für die auch eine Bestätigung vom Umweltbundesamt vorliegt.
  3. Faire Prämiengarantie: Wir geben von vornherein bekannt, welcher Erlös garantiert wird. Es lohnt sich bei fairnergy also nicht darauf zu spekulieren, dass der Quotenpreis noch steigt, denn wir geben im Falle einer Erhöhung die Steigerung auch an Bestandskund*innen weiter. Senkungen betreffen aber nur Neuanmeldungen.
  4. Purpose: Fairnergy wurde bereits mit dem Anspruch gegründet, dass wir die THG-Quote wirklich wirksam machen wollen. Wir handeln die Quote für private Elektroautohalter*innen. Am nachhaltigsten wird die THG-Quote, wenn die Erlöse aus dem Handel ganz oder zumindest teilweise in nachhaltige Projekte fließen. Wir erhöhen jede Spende um weitere 50% des Spendenbetrags. Mit einer kurzen Registrierung können E-Mobilist*innen somit insgesamt bis zu 450€ an ihr Herzensprojekt spenden. Wir verpflichten uns selbst, dass wir am Ende des Jahres Überschüsse in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren oder spenden. Auf unserer Transparenzseite  sind die aktuellen Spendenzahlen. Nach dem ersten Jahresabschluss von fairnergy werden wir auch über interne Ausgaben und Einnahmen berichten.

Die THG-Quote ist kein Greenwashing, bringt aber auch Schwachpunkte mit sich, die gelöst werden können. Ist das Geld einmal umverteilt liegt es an den Privatpersonen, was damit passiert. Mit fairnergy können wir gemeinsam tatsächlich was bewirken und die THG-Quote besonders wirksam machen.

“Wir setzen uns ein für eine nachhaltige Energieversorgung, die ein gerechtes, lebenswertes und selbstbestimmtes Leben für alle Menschen ermöglicht.”

TEAM FAIRNERGY

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